NEU! MIRROR BOX Performance 

Milo Moiré Mirror Box Performance -censored- (Düsseldorf, London, Amsterdam, 2016) | Youtube

Milo Moiré Mirror Box Performance -censored- (Düsseldorf, London, Amsterdam, 2016) | Youtube

 WARNING: Uncensored version is only for private use. No sharing! Copyright infringement will be prosecuted.  

MILO MOIRÉ: Konzeptkünstlerin, Performancekünstlerin, Malerin, Kunst-Amazone und Psychologin

„Performance als Ort des Widerspruchs – Paradox als Keim seelischer Entwicklung“

„Performancekunst stellt das Leben nicht nach wie ein Theaterstück oder ein Gemälde, nein, Performancekunst ist das Leben selbst an einem bestimmten Ort und zu einer bestimmten Zeit, bei dem Zuschauer zu Akteuren werden. Ich als Performer und die Anwesenden befinden sich dann in einem Schwellenzustand. Gewohnte Dinge werden durcheinander geworfen, erzeugen eine neue Struktur die Handlungsoptionen schafft.“

MIRROR BOX (Düsseldorf, London, Amsterdam, 2016)

Die Einvernehmlichkeit sexueller Handlungen wird hier zum Symbol.

Was passiert wenn eine Frau ihre Sexualität öffentlich zur Schau stellt, mit Bestimmtheit die Initiative ergreift und dabei klare Regeln für den intimen Austausch vorgibt? Performancekünstlerin Milo Moiré trägt einen trapezförmigen Rock aus Spiegelflächen, vorne ist eine viereckige Öffnung verschlossen durch einen roten Vorhang. Durch ein Megaphon lädt sie Passanten ein für 30 Sekunden in die Öffnung zu greifen um ihre Vagina zu berühren. „Ich stehe heute hier für die Rechte der Frau und die sexuelle Selbstbestimmung. Frauen haben eine Sexualität wie auch Männer eine haben. Doch Frauen entscheiden selbst, wann und wie sie angefasst werden wollen und wann nicht“, verlautet die Künstlerin. 

Die Einvernehmlichkeit sexueller Handlungen wird hier zum Symbol. Überdies nimmt sich Moiré das Recht heraus die weibliche Lust zu zeigen und damit Frauen eine sexuelle Stimme zu geben. Das vorherrschende Bild des weiblichen Körpers als Spiegel männlicher Lust ergänzt die Künstlerin durch die Illumination der libidinösen Black-Box der Frau.
Unweigerlich wird nicht nur das eigene Selbst durch die Mirror Box erkenntlich. Zugleich werden die Reflexionen der Zuschauer auf der verspiegelten Box zum Sinnbild für den Rollentausch vom Voyeur zum Beobachteten. Ein ständiges Umkehrspiel analog unserer Rolle in der digitalen Welt.
 
Milo Moiré’s Performance Mirror Box ist eine gesellschaftliche Reflexion der menschlichen Sexualität. Es ist ein erweitertes Reenactment des Tapp- und Tastkinos (1968) und eine Hommage an die aussergewöhnliche Künstlerin VALIE EXPORT, die mit ihren Kunstaktionen bereits in den 1960er Jahren für die Frauenrechte eintrat. Künstlerin Milo Moiré setzt ihren Körper als Instrument, gar als Waffe ein um Machtstrukturen darzustellen und aufzubrechen. Offensiv sucht sie nach dem weiblichen Ausdruck sexueller Selbstbestimmung und lotet die Grenzen der Kunst und der bürgerlichen Moral aus.

PROTEST GEGEN SEXMOB, DOMPLATTE (Köln, 8. Januar 2016)

Respektiert uns! Wir sind kein Freiwild selbst wenn wir nackt sind!!!

Milo Moiré protestierte bei 4 Grad und starkem Wind während 20 Minuten still auf der Domplatte in Köln. Nackt, in der Hand ein Schild: „Respektiert uns! Wir sind kein Freiwild, selbst wenn wir nackt sind!“ Nach den Bildern und Berichten aus der Kölner Silvester-Nacht wollte die Künstlerin durch ihre Protest Aktion ein klares Statement setzen: „Ich habe eine Null-Toleranz, was passiert ist und wie damit umgegangen wird. Ich habe mich sofort angesprochen gefühlt. Das war mein erstes explizit politisches Statement. Ich bin ein Mensch, ich bin eine Frau, ich bin Performance-Künstlerin, ich bin Psychologin, ich bin europäische Bürgerin. Ich möchte die Werte wahren und dafür kämpfen, dass sie erhalten bleiben und dass man nicht einen Schritt zurück macht. Die Frauen sollen die Haltung bewahren und sich nicht einschüchtern lassen und für diese Freiheit einstehen. Das ist meine Hauptbotschaft. Und andererseits ist es die Aufgabe der Politik, jetzt Maßnahmen zu ergreifen, damit das nicht mehr vorkommt. Damit Frauen weiterhin in Freiheit leben können.“ 

„Ich bin fest davon überzeugt, dass die Frauen nicht mehr als Freiwild wahrgenommen werden, wenn man einer nackten Frau so viel Respekt entgegenbringt wie einer angezogenen Frau. Man soll uns Frauen respektieren: Man soll keinen Unterschied machen, ob man nackt ist oder angezogen. Die Werte der Frau bleiben erhalten“, so die Künstlerin. (Link: article TELEGRAPH UK)

 NACKT SELFIES – Eine Karikatur der Selbstentblössung im Zeitalter der sozialen Medien (Berlin, Paris, Düsseldorf, Basel, 2015)

Zeige alles und Du bist!

Milo Moirés Performance Reihe „Nackt-Selfies“ thematisieren und karikieren das pop-kulturelle Massenphänomen der Selbstbildnisse in den sozialen Medien. Die Künstlerin erstellt mit einer ferngesteuerten Stativ-Kamera Selfies mit anderen Personen, wo sie im Gegensatz zu den anderen nackt ist. Anders als bei der „PLOPEGG PAINTING PERFORMANCE – A Birth of a Picture“ anlässlich der ART COLOGNE 2014 bedarf es bei dieser Performance der Interaktion. Ich will durch die leibhaftige Interaktion zwischen mir als Selbstentblößungs-Avatar und dem Selfie-Willigen einen Berührungspunkt zwischen der realen und digital offenbarten Intimität schaffen. „Wer mit mir ein Nackt-Selfie macht, gibt ja auch etwas von sich preis, zeigt sich der Welt mit einem Statement. ZEIGE ALLES UND DU BIST!“, so die Künstlerin. Wir alle offenbaren uns ständig auf Facebook und Instagram, zeigen wo wir sind, mit wem, was wir machen….faktisch hinterlegen wir verschiedenste persönliche Daten im Internet. Moiré als komprimiertes Selfie-Avatar des Sich-Zeigens und Bindeglied zwischen dem fassbaren und virtuellen Leben – die Essenz eines verlockenden Selbstbildnisses?

Bisher fanden die “Nackt Selfies” in Düsseldorf, Paris und in Basel anlässlich der Art Basel statt. Milo Moiré wird während der Eröffnung der EGO UPDATE DIE ZUKUNFT DER DIGITALEN IDENTITÄT im Museum NRW-Forum am 18.09.2015 ihre Selfie Performance abhalten.
Milo Moiré wurde am Sonntag Nachmittag 5. Juli 2015 in Paris verhaftet, als Sie auf dem Trocadéro Platz vor dem Eiffelturm ihre “Nackt Selfies Perfomance” durchführte. Nach ihrer Freilassung entgegnete Moiré der Presse: Sie konnten meinen Körper gefangen nehmen, aber mein Geist bleibt frei. Freiheit ist das höchste Gut in unserer Gesellschaft. Ich mache weiter und werde die “Nackt Selfie” Performance in anderen Ländern durchführen.“

FLUID ECSTASY (Mauritius, 2015)

Die Rückkehr zum Ursprung.

FLUID ECSTASY ist eine künstlerische Unterwasser Videoarbeit von Peter Palm, die er auf Mauritius mit der Konzeptkünstlerin Milo Moiré umsetzte. Aufgeladen mit einer naiven Sexualität offenbart der fünf-minütige Kurzfilm voller Anmut surreale Perspektiven des weiblichen Aktes. Eingetaucht in Transparenz bleibt unterhalb der Oberfläche geborgen vom Element Wasser nichts verborgen.

Der Titel „Fluid Ecstasy“ beschreibt ein tranceartiges, natürliches Glücksgefühl im Fluss der Verschmelzung.

„Fluid Ecstasy“ zeigt ein metaphysisches ambivalentes Ambiente, was unseren vorgeburtlichen Zustand der Entstehung als visuelle Metapher dokumentiert. In einem analogen Seinsverständnis wird „Sein“ als das verstanden, was allem zukommt, wenn auch auf verschiedene Weise. Alles Leben hat seinen Ursprung im Wasser. Peter Palm zeigt mit der nackten Milo Moiré eine friedliche Welt, vergleichbar unserem „Sein“ in der Fruchtblase vor unserer Geburt.

Auf technische Hilfsmittel haben sowohl Milo Moiré als auch Peter Palm verzichtet mit einer Ausnahme…Flossen, die angelehnt sind an der Metamorphose vom Fisch zum Homo Sapiens. Das Video entstand während vielen Tauchgängen.

PLOPEGG „THE BLUE MAURITIUS“ (Mauritius, 2015)

Milo Moiré’s Rendezvous mit der Schöpfung.

Die Konzeptkünstlerin liess sich durch die paradiesische Anmut der Insel Mauritius im indischen Ozean zu ihrem neuesten Werk „The Blue Mauritius“ inspirieren. Milo Moiré collagierte ein insulares Ideal aus Blau- und Grüntönen. Am Fusse einer Küstenklippe im wilden Süden von Mauritius gebar sie beim Anblick eines aufgewühlten Meeres ein Bildnis einer intimen Berührung mit dem absolut Erhabenen, der Natur. Die Künstlerin zeigt eine Ursprünglichkeit, die nicht nach Heiligen und Sündern verlangt, einen unerhört unbefangenen Blick auf die Schöpfung der Natur.

Die Performance ist nicht nur eine Huldigung an die Unversehrtheit, sondern auch eine Verkörperlichung von Intimität und der „Ästhetik des Undarstellbaren“. Die Künstlerin beschreibt das so: „Der Kern ist, genauer hinzuschauen und das Reine darin zu erkennen. Es ist wie das rein weiss erscheinende Licht des Farbspektrums, welches alle Wellenlängen in sich vereint.“

DAS NACKTE LEBEN (Münster, Deutschland, 2015)

Wie wenig Abstraktion verträgt die Kunst?

 Wenn Akte verschiedener Art aufeinander treffen. Nackt mit nacktem Baby im Arm besuchte Milo Moiré das LWL-Museum in Münster.

Anlässlich der Ausstellung „Das nackte Leben“ hinterfragt die Performancekünstlerin Milo Moiré die Grundhaltung zu abstrakter und figurativer Kunst. Ist ein Gemälde mit naturalistischem Inhalt nicht selbst eine Abstraktion? Was könnte das absolute Motiv einer Ausstellung, die sich dem nackten Leben widmet und nach konkreter Sinneserfahrung appelliert, sein? 
Sie holt in Einklang mit der Haltung der ausgestellten Künstler das Alltägliche in die Kunst, doch entfernt sie sich von der abstrakten Darstellungsform noch einen Schritt weiter und zeigt ihr Hauptmotiv nackten Lebens: Ein nackter Säugling geborgen im Arm einer nackten Frau. Diese unmittelbare Erfahrung des lebendigen Aktes fordert dazu auf, gewohnte Wahrnehmungsformen zu reflektieren. Wie nah darf die Darstellungsform in der Kunst sich am Alltäglichen bewegen? Milo Moiré’s Performance hinterlässt die Frage im musealem Raum: Wie wenig Abstraktion verträgt die Kunst?

The SCRIPT SYSTEM ART BASEL (Basel, Schweiz, 2014)

Kunst Messen- ein Drehbuch über die Macht der Zahlen.

Milo Moiré’s neueste Performance “The Script System” anlässlich der wichtigsten Kunstmesse, Art Basel in Basel.

Wie schon im Jahr zuvor in Düsseldorf, wollte die Künstlerin in Basel erneut den Menschen das Script System vor Augen halten, indem sie nackt mit dem Tram zur weltbekannten Kunstmesse Art Basel fuhr um dort Einlass zu finden. Moiré’s Körper war nur in Worte gekleidet, Begriffe wie “Bra, Shirt” standen an den Stellen auf ihrem Körper, wo normalerweise Kleidungsstücke sind. 

Die Performance “The Script System” ist inspiriert von der Script-Theorie der Kognitions-Psychologie. Jeder von uns kennt diese Scripts (z.B. Restaurant- Script), immer wiederkehrende, stereotype Handlungsabfolgen, nach denen wir Tag für Tag  funktionieren. Besonders früh morgens auf dem Weg zur Arbeit funktionieren wir fast automatisch, meist ohne Bewusstsein für unsere Umwelt. Diese Alltagsblindheit wollte ich durch meine Performance durchbrechen. Das Unsichtbare (bzw. Unsichtbar gewordene) sichtbar machen, solche Störungen als Sporen für ein befreiendes Denken verbreiten.

Milo Moiré machte sich auf den Weg um die Pore zu finden und suchte den Dialog…ein spontaner Moment…vielleicht ein Saatkorn für einen Wandel in Richtung fruchtbarer Symbiose zwischen gesellschaftlichen und kommerziellen Mehrwert der Kunst? 

THE PLOPEGG PAINTING PERFORMANCE – A Birth of a Picture (2014)

Was bedeutet es, ein Werk körperlich zu erschaffen, gar zu gebären, in seiner ursprünglichsten Form?

Das Konzept zur „The PlopEgg- Painting Performance“ entstand in einem Prozess, der ein Jahr dauerte. Universelle Schlüsselsymbole wie der fertile Mutterschoß und das Ei – die Urform der Schöpfung, Alltagserfahrungen wie das Sitzen auf einem Frauenarztstuhl, die Farbigkeit der Menstruation, der monatliche Verlust einer Eizelle und der Schöpfungsmoment vor der Tabula Rasa gaben Impulse dazu, dass Milo Moiré im wahrsten Sinne des Wortes ein Bild gebar. 

Eine aufrecht stehende Nackte auf einer Empore…Ein mit Tinte und Acryl gefülltes Ei…Eine präparierte Leinwand…

Was die Zuschauer erwartet, ist die komprimierte Geburt eines Kunstwerkes. Mühevoll verlässt das Ei den Geburtskanal der Künstlerin und zerschellt auf der Leinwand, rote Farbe fließt raus. Das nächste Ei birgt eine andere Farbe und so entsteht nach und nach, begleitet nur von lauten „Plops“, ein abstraktes Werk – archaisch, unkontrollierbar und intuitiv. Am Schluss der fast meditativen Art-Birth-Performance wird die befleckte Leinwand zusammengeklappt, glatt gestrichen und auseinander gefaltet zu einem symmetrisch gespiegelten Bild von überraschender Farbgebung und kraftvoller weil universeller Symbolik.

Das unmittelbar aus der Vagina entstandene Bild setzt augenblicklich Gedankenketten frei – über die Schöpfungsangst, die symbolische Kraft des Beiläufigen und die kreative Macht der Weiblichkeit.

PLOPEGG 1 „ART COLOGNE“ (Köln, Deutschland, 2014)

Milo Moiré eröffnet ihre Performance Reihe „The PlopEgg Painting Performance # 1 – A Birth of a Picture“ auf der renommierten Kunstmesse Art Cologne – einem Ort, an dem sich die Kunst auf den Flirt mit großen Zahlen einlässt. Das Hashtag 1 steht für das erste Art-Birth-Picture, das vor den Augen der Zuschauer auf einer wie ein Pressespiegel aufbereiteten Leinwand entstehen wird.

Weitere Performances sollen weltweit auf verschiedenen Kunstmessen folgen.

Im Kontext von Kunst (Performance), Kommerz (Art Fair) und Meinungsschaffung (Media) geschieht so ein vorsätzlich-zufälliger Schöpfungsakt, der ambivalente Deutungen provoziert.

THE SCRIPT SYSTEM (Düsseldorf, Deutschland 2013)

Der Alltag ist geprägt von „menschlichen Automaten“. Gelingt es stereotypes Handeln zu durchbrechen?

Gedicht

Der Tag für Tag gleiche Weg zur Arbeit mit der Straßenbahn… Es ist früh…VIEL ZU FRÜH für Performancekunst! Das halb-automatisierte Agieren nach verinnerlichtem Script… Einsteigen, durchgehen, Ticket entwerten, Platz einnehmen… Gestört durch eine vollkommen Nackte, mittendrin, gekleidet in Worte… Was wird passieren? Erstaunlicherweise…NICHT VIEL!

Die eigene, radikale Nacktheit wird dabei zum Abwehrschild gegen das Stereotype und macht die Künstlerin paradoxerweise zur Unsichtbaren. Lässt man atemberaubende Schutzlosigkeit zu, entsteht plötzlich ein protektiver, fast privater Raum…selbst in einer Straßenbahn.

THE SPLIT BRAIN (La bruja de nieve) (Düsseldorf, Deutschland 2013)

Das wahre Gesicht existiert nicht! Die Maske entlarvt den Kampf der verborgenen Gesichter.

Gedicht

Jeden Tag aufs Neue beginnt der Kampf im Kopf… Rivalisierende GEGENSPIELER konkurriert um das eigene ICH, auf einem Minenfeld von Zwang und Bewusstsein… Geselliges Lachen oder erschöpftes Weinen, kontrolliertes Arbeiten oder hingebungsvoller Genuss?

Stets griffbereit die eiserne MASKE als Schutz vor negativen Folgen.
Im dualen Kern der Rivalität von INNEN und AUSSEN, stehen wir mit uns selbst in Verhandlung.

Was bleibt übrig von diesen, wenn auch demokratischen Disputen, im Inneren? …Ein sich ständig wandelndes, zwiegespaltenes Gesicht.